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Lübecker Trinkwasser

Fünf Wasserwerke fördern in der Umgebung von Lübeck das Trinkwasser für die Hansestadt und einige Randgemeinden. Die Brunnen, aus denen das Wasser gewonnen wird, sind bis zu 160 Meter tief. Eine dicke Tonschicht, die wie ein Deckel über den Wasservorkommen liegt, schützt unser wichtigstes Lebensmittel vor allen Umwelteinflüssen.

Wir fügen dem frisch geförderten Trinkwasser reinen Sauerstoff hinzu, um Eisen und Mangan zu binden. So verhindern wir unschöne Ablagerungen in Ihren Waschbecken und dass Ihre Wasserleitungen langsam durch diese Mineralien „zuwachsen“. Darüber hinaus wird Ihr Wasser von uns lediglich gefiltert, um Trübungen zu entfernen.

Die im Januar 2003 erfolgte Umsetzung der EG Richtlinie 98/83/EG definiert im §1 den Zweck der Verordnung (kurz: TrinkwV2001):

„Zweck der Verordnung ist es, die menschliche Gesundheit vor den nachteiligen Einflüssen, die sich aus der Verunreinigung von Wasser ergeben, das für den menschlichen Gebrauch bestimmt ist, durch Gewährleistung seiner Genusstauglichkeit und Reinheit nach Maßgabe der folgenden Vorschriften zu schützen.“
Das von der Stadtwerke Lübeck GmbH gelieferte Lebensmittel Trinkwasser muss auch anderen Gesetzen genügen:
  • dem Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz und
  • dem Infektionsschutzgesetz – nach ihm muss es „... frei sein von Kranheitserregern ..."

In unseren fünf Wasserwerken wird das Grundwasser aus 38 Tiefbrunnen (60 bis 123 Meter tief) gefördert und aufbereitet.

Aufbereitung bei unserer Rohwasserqualität bedeutet, dass technisch reiner Sauerstoff bzw. Luft zugesetzt wird. Dieses sauerstoffreiche Wasser fließt über Kiesfilter, an denen Eisen und Mangan zurückgehalten werden. Eine Desinfektion (Chlorung) unseres Wassers ist nicht notwendig. Die Qualität des Trinkwassers wird durch regelmäßige, gesetzlich festgelegte Untersuchungen kontrolliert und überwacht – häufiger als jedes andere Lebensmittel.

Zusätzlich werden, verteilt über das Lübecker Leitungsnetz, Proben durch die Mitarbeiter des Betriebslabors der Stadtwerke entnommen und untersucht.

Einige Parameter werden nachfolgend kurz erläutert:

Bakteriologische Untersuchungen

Bakterien sind einzellige Lebewesen. Sie vermehren sich durch Zellteilung und können Kolonien bilden. Es gibt „harmlose“ Bakterien, aber auch Krankheitserreger. Unser Grundwasser enthält nur sehr wenige Bakterien und selten Krankheitserreger; man bezeichnet das Wasser als keimarm. Dennoch muss es regelmäßig untersucht werden.


Ein Maßstab zur Beurteilung eines hygienisch einwandfreien Wassers ist die Bestimmung der Koloniezahl bei zwei unterschiedlichen Temperaturen und die Untersuchung auf coliforme Keime, E.coli und Enterokokken.

Werden die Grenzwerte laut TrinkwV2001 nicht überschritten, so kann der Verbraucher absolut sicher sein, dass das Wasser frei von Krankheitserregern ist. Um es noch klarer auszudrücken: Das Trinkwasser muss frei von E.coli, coliformen Keimen und von Enterokokken sein. Der Grenzwert ist jeweils null.

Physikalische Kenngrößen

Physikalische Kenngrößen charakterisieren ein Wasser, unter anderem das Aussehen des Trinkwassers, seinen Geschmack und sein Verhalten gegenüber Rohrleitungen und Materialien.

pH-Wert

Er wird von vielen lnhaltsstoffen beeinflusst, z. B. Kohlensäure, Chloriden und anderen Salzen. Der in der TrinkwV festgelegte Bereich muss eingehalten werden, damit es nicht zu unerwünschten Angriffen der Rohrwerkstoffe (z. B. Korrosion) kommt.

Leitfähigkeit

Sie ist ein Maß für den Gesamtsalzgehalt eines Wassers. Je höher sie ist, desto mehr Stoffe sind im Wasser gelöst. Zum Vergleich: Destilliertes Wasser hat eine Leitfähigkeit von maximal 5 µS/cm, Meerwasser wesentlich mehr als 2.000 µS/cm.


Chemische lnhaltsstoffe

Nachfolgend Kurzinformationen zu einigen Stoffen.

Gesamthärte

Sie wird durch den Gehalt an gelöstem Kalzium und Magnesium bestimmt und bildet die so genannte Wasserhärte. Beide Erdalkalien sind natürlichen Ursprungs und für den Menschen lebenswichtige Mineralstoffe. Die Härte gibt dem Wasser vor allem seinen Geschmack: je weicher, desto fader. Beim Erhitzen des Wassers wird gelöste Kohlensäure ausgetrieben und die sich bildenden Kalzium- und Magnesiumkarbonate fallen als Kesselstein aus. Dieser Vorgang ist temperaturabhängig; oberhalb von 55 bis 60 °C kommt es zunehmend zu Ausfällungen.

Eisen und Mangan

Beide Metalle befinden sich in gelöster und zunächst nicht filtrierbarer Form im Grundwasser. Um sie durch Filtration weitgehend entfernen zu können, müssen sie durch Luft- oder Sauerstoffzugabe oxidiert werden. Auch Eisen und Mangan gehören zu den für den Menschen lebenswichtigen Stoffen; sie dürfen nicht vollständig im Trinkwasser fehlen.

Ammonium, Nitrit und Nitrat

Bei diesen drei Stoffen handelt es sich um Stickstoffverbindungen, die in einer engen Wechselbeziehung zueinander stehen. Das versickernde Regenwasser löst bei der Bodenpassage Nitrat (z.B. aus der Düngung). Mit zunehmender Tiefe entsteht durch Sauerstoffmangel auf mikrobiologischem Wege daraus über die Zwischenstufe Nitrit wasserlösliches Ammonium. Unser gefördertes Brunnenwasser enthält daher nur noch in geringen Spuren Nitrat und selten Nitrit, dafür aber mehr Ammonium. Der Nitratgehalt des Trinkwassers bildet sich erst wieder durch die Luft- bzw. Sauerstoffzugabe bei der Wasseraufbereitung aus dem gelösten Ammonium. Der Gehalt an Ammonium, Nitrit und Nitrat liegen beim Lübecker Trinkwasser weit unterhalb der zulässigen Grenzwerte.

Blei, Kupfer und Zink

Diese drei Metalle sind nur in Spuren im Trinkwasser vorhanden. Durch die Hausinstallation jedoch können diese Stoffe aus dem Rohrmaterial gelöst werden und in das Trinkwasser gelangen. Wichtig für den Verbraucher ist, dass zum Verzehr kein Wasser verwendet wird, dass in den Leitungen stagnierte. Ablaufen lassen ist eine einfache Variante, um stets frisches Trinkwasser zu zapfen.